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Wenn Pommesbuden so arbeiten würden wie Telekommunikationsunternehmen und deren Billingsysteme (2006er Version)

Da ich seit einiger Zeit selber in der Telekommunikationsbranche tätig bin, dachte ich mir, daß dieser Witz ein kleines Update vertragen könnte.

  1. Die Pommesbuden würden damit werben, jede Pommes einzeln zu berechnen: "Bei uns bezahlen Sie keine Pommes zuviel."
  2. "Bei uns bezahlen Sie jede Pommes einzeln" wird in diesem Rahmen auf die Formel "Pommes-by-Pommes" verkürzt.
  3. Man spricht auch nicht mehr von seiner Stammpommesbude sondern vom "Preselected-Pommes-Provider".
  4. Pommes, die man sich aus dem Ausland kommen läßt, sind billiger als Pommes aus deutschen Pommesbuden.
  5. Einige Pommesbuden würden beim Betreten der Pommesbude eine kostenlose Ansage machen: "Nur 1,6 Cent pro Pommes."
  6. Einige Pommesbuden würden mit großem Brimborium niedrige Pommes-by-Pommespreise zwischen 13 Uhr und 16 Uhr ankündigen, zwei Wochen warten, bis besonders viele Kunden in dieser Zeit Pommes essen und dann still und leise den Pommespreis verdreifachen.
  7. Die Pommesbuden würden Angebote machen, monatliche Zusatzpauschalen zu bezahlen und diesen klingende Namen verpassen. Bei Pommes-Weekend-XXL für 4,95 € monatlich sind alle Pommes, die zwischen Freitags 17 Uhr und Montags 8 Uhr gegessen werden, nicht mehr; bei Pommes-Freetime-XXL für 6,95 € monatlich sind alle Pommes, die man in Pommesbuden ißt, kostenlos, nicht aber die Pommes, die man an Imbißwagen ißt.
  8. Der ehemalige Monopolist P-ommes würde das auch anbieten, allerdings muß man einen "Zuschlag für Pommes fremder Pommesbudenketten" in Höhe von 0,01 Cent für eine Pommes eines anderen Pommesbudenbesitzers bezahlen.
  9. Da mittlerweile alle Döner haben wollen, haben alle Pommesbuden auch Döner im Angebot. Am besten nimmt man die Flat-Rate, das bedeutet, daß man beliebig oft Döner essen kann und nur einen festen monatlichen Preis bezahlt.
  10. Unterschiede würden bei den Dönergrößen gemacht. Früher hätte es die 768/128 Döner (768 Teile Fleisch und 128 Teile Salat) gegeben, jetzt gäbe es mindestens 1024/128 und für die hungrigeren 2048/256, 3072/256. Für Firmen gäbe es symmetrische Döner bis zu 4096/4096.
  11. Kunden, die ständig Döner essen würden, würden einer "Fair-Ess-Politik" unterzogen. Das würde bedeuten, daß diese "Heavy-Esser" in den Peakzeiten weniger Fleisch bekämen, damit die "Light-Esser" nicht bemerken, daß gerade nicht soviel Fleisch da ist. Besonders Heavy-Esser, die Bistrotisch-to-Bistrotisch Software benutzen, wären betroffen.
  12. Am besten nimmt man das "Döner-Komplett-Paket", bei dem für einen monatlichen Preis unbegrenzt Döner und unbegrenzt Pommes aus deutschen Pommesbuden drin ist.
  13. Es würde Eiscafébesitzer geben, die Triple-Play anbieten wollen: das ist eine Kombination aus Spagettieis, Pommes und Döner in Eiswaffeln.
  14. Wechselt man seine Stammpommesbude, erhebt der Pommesbudenbesitzer eine Gebühr in Höhe von 2 Currywürsten, die man bei seiner neuen Stammpommesbude dann wieder erstattet bekommt.
  15. Möchte man beim Wechsel seiner Stammpommesbude seine Pommesgabel mitnehmen, erhebt der alte Pommesbudenbesitzer eine Gebühr in Höhe von 2 weiteren Currywürsten, die der neue Pommesbudenbesitzer nicht erstattet.
  16. Bei den mobilen Pommesbudenwagen wäre eine neue Friteusentechnologie erfunden worden, die die Pommeswagenbesitzer für viele Milliarden beim Staat lizensieren müßten. Um diese Lizenzmilliarden zu refinanzieren, wäre einige Jahre nach einer "Killerapplikation" gesucht worden, so wie automatische Lokalisierung von Pommes- und Eisbuden, Informationen über die Warteschlangenlängen vor der Kasse und das Pommeswetter. Letztendlich wären nur mobile Pommes, mobiler Döner und Mini-Pornobildchen dabei raus gekommen.
  17. Da in den vergangenen Jahren die Pommespreise erheblich gefallen sind, versuchen die Pommesbudenbesitzer jetzt, Mehrwert-Pommes zu verkaufen. Das sind zum Beispiel Pommes, die bereits mit einem Ketchupmantel umgeben sind. Für die Ketchup-Added-Pommes würde man einen Gesamtpreis zahlen, bei dem man nicht mehr erkennen könnte, wieviel jetzt die Pommes und wieviel der Ketchup im Einzelnen gekostet hatte.
  18. Eine ganz große Sache wäre die On-Demand-Pommesbude: Unternehmen müßten sich keine eigene Kantine mehr kaufen, sondern können sich eine Friteuse kommen lassen. Sie müßten keine Investition zahlen, sondern nur noch einen leicht erhöhten Pommespreis.
  19. Ferner würde es zentralisierte Friteusen geben. Hier müßten sich die Kantinen keine Gedanken mehr über die Pommeskorbgrößen und die Ölmenge mehr machen. Außerdem gäbe es Service-Level-Agreements, die versprechen, daß die zentralen Friteusen nie mehr als 3 Minuten pro Jahr ausfallen.
  20. Die volle Kostenkontrolle ist ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl seines pre-selected Pommes-Providers. Jeder Stammpommesbudenkunde erhält daher am Monatsende einen kostenlosen Einzelpommesnachweis (EPN), in dem der Zeitpunkt des Verzehrs und die Länge des Pommessticks ausgewiesen sind. Diesen Einzelpommesnachweis kann man auch auf CD kriegen, um ihn in Excel oder Datenbank auszuwerten. Dann wären auch Informationen wie Ölsättingsgrad, Pommeslänge, Pommesfarbe und die Nummer des Zahnes, der die Pommes zerbissen hat, enthalten.
  21. Kantinen könnten projekt- oder abteilungsbezogene Pommesabrechnungen kriegen.
  22. Wenn man Kantinen betreten würden, bekäme man eine Ansage, daß der Kantinenbesuch zur Qualitätskontrolle und Schulungszwecken aufgezeichnet würde. Man könnte der Bedienung sagen, daß man das nicht will.
  23. Es würde Kantinen geben, die den Leute zuhause Pommes in dem Mund schieben, wenn sie gerade keinen Hunger haben und fragen, ob sie ein Cola-Abonnement abschließen wollen. Einige würden den Leuten Pommes in den Mund schieben wollen, aber manchmal zurückziehen in dem Moment, wo man den Mund öffnet, um kurz darauf wieder eine Pommes zu schieben.
  24. Es würde eine Bundesbehörde geben, die die Länge, Dicke, Farbe und Knusprigkeit von Pommes regulieren würde, sowie die Preise, die die Pommesbudenbesitzer untereinander verlangen dürften. Neuerdings würde diese Behörde auch Kaugummiautomaten und Zigarettenautomaten regulieren.
  25. Auf der technischen Seite wäre PoDö, Pommes over Döner, der letzte Schrei. Mit Pommes over Döner könnte man die Pommes viel billiger kriegen und für das Essen dieselben Gabeln wie für Döner verwenden, leider sind sie dadurch meistens matschig und abgehackt.
© Niels Sören Richthofletzte Änderung: 2006-11-19